Die großen wissenschaftlichen Leistungen von Stefan Vogel (1925–2015) Teil 6 (Schluss). Die Pilzmückenblumen

Autor/innen

  • Anton Weber
  • Günter Gerlach

DOI:

https://doi.org/10.21248/palmengarten.547

Abstract

Nachdem Stefan Vogel in den späten 1950er-Jahren bewiesen hatte, dass bei den Kesselfallenblumen von Ceropegia (Apocynaceae-Asclepiadoideae) winzige Fliegen als Bestäuber agieren (Mikromyiophilie), konnte er zwanzig Jahre später eine weitere und ganz spezielle Fliegengruppe als Bestäuber ausmachen: Pilzmücken (Mycetophilidae, Sciaridae u.a.). Vogel konnte weiter zeigen, dass manche Blüten oder Blütenstände im Laufe der Evolution gestaltliche und olfaktorische Merkmale von Pilzen angenommen haben. Solche „Pilzmimeten“ haben sich in mindestens vier Verwandtschaftskreisen entwickelt: Aristolochiaceae (Osterluzeigewächse), Araceae (Aronstabgewächse), Corsiaceae und Orchideen. Als die vielleicht spektakulärsten Fälle sind zu nennen: Aristolochia arborea, mit einer vor dem Eingang der Kesselfalle stehenden Hutpilz-Attrappe, und die Arten der Gattung Dracula (Orchidaceae), deren Labellum den Hut eines Lamellen- oder Leistenpilzes imitiert.

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Veröffentlicht

2021-01-28

Zitationsvorschlag

[1]
Weber, A. und Gerlach, G. 2021. Die großen wissenschaftlichen Leistungen von Stefan Vogel (1925–2015) Teil 6 (Schluss). Die Pilzmückenblumen. Der Palmengarten. 84, 2 (Jan. 2021), 91–110. DOI:https://doi.org/10.21248/palmengarten.547.

Ausgabe

Seiten
91-110

Rubrik

Artikel